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Dartpfeile stecken in der Triple-20 eines Dartboards unter Bühnenlicht

Wer zum ersten Mal einen Blick auf die Wettmärkte bei einem PDC-Turnier wirft, fühlt sich leicht erschlagen. Siegwette, Handicap, Over/Under, 180er-Wetten, 9-Darter-Spezials und noch ein Dutzend weitere Optionen blinken auf dem Bildschirm. Dabei ist Darts eigentlich ein wunderbar übersichtlicher Sport: Zwei Spieler, ein Board, wer zuerst auf Null kommt, gewinnt. Doch genau diese Einfachheit hat dafür gesorgt, dass Buchmacher immer kreativere Wettmärkte entwickeln, die weit über das simple Ergebnis hinausgehen.

Die Vielfalt der Darts-Wettarten ist gleichzeitig die grösste Chance und die grösste Falle für Sportwetter. Die Chance, weil sich in spezialisierten Märkten häufig bessere Quoten und Value-Möglichkeiten finden als bei der Standard-Siegwette. Die Falle, weil man ohne Verständnis der einzelnen Wettarten schnell in Märkte investiert, die man nicht durchschaut. Genau das soll dieser Leitfaden verhindern.

Im Folgenden werden sämtliche Wettmärkte erklärt, die bei Darts-Turnieren regelmässig angeboten werden. Von der klassischen Matchsieger-Wette über Handicap-Tipps bis hin zu exotischen Spezialwetten wie dem 9-Darter wird jede Wettart einzeln beleuchtet. Dabei geht es nicht nur um die Theorie, sondern auch darum, wann welche Wettart strategisch Sinn ergibt und wann man besser die Finger davon lässt.

Die Siegwette – Klassiker bei Darts Wetten

Die Siegwette ist der Einstieg in die Welt der Darts Wetten und gleichzeitig die meistgespielte Wettart überhaupt. Das Prinzip ist denkbar einfach: Man tippt darauf, welcher Spieler das Match gewinnt. Kein Remis, keine komplizierten Nebenregeln, ein klares Ergebnis. Bei Darts gibt es kein Unentschieden, was die Siegwette im Vergleich zu Fussball oder Tennis nochmals unkomplizierter macht.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen der Match-Siegwette und der Turniersieger-Wette. Bei der Match-Siegwette tippt man auf den Gewinner einer konkreten Begegnung, etwa Luke Humphries gegen Luke Littler in der zweiten Runde der Premier League. Bei der Turniersieger-Wette – auch Langzeitwette oder Outright-Wette genannt – setzt man vor oder während eines Turniers auf den Gesamtsieger. Letztere bietet in der Regel deutlich höhere Quoten, weil die Wahrscheinlichkeit geringer ist, den korrekten Sieger eines ganzen Turniers vorherzusagen.

Die Vorteile der Siegwette liegen auf der Hand. Sie ist leicht verständlich, bei jedem Buchmacher verfügbar und liefert klare Ergebnisse. Für Einsteiger in die Darts-Wettwelt ist sie der logische erste Schritt, weil man kein tiefes Verständnis des Spielablaufs benötigt. Es reicht, die Stärke der beiden Kontrahenten einzuschätzen. Die Quoten bei Siegwetten auf Favoriten sind allerdings oft niedrig. Wenn ein Top-Spieler wie Luke Humphries mit einer Quote von 1.15 gegen einen Qualifikanten antritt, lohnt sich der Einsatz kaum. Genau hier kommen die anderen Wettarten ins Spiel, die bei klaren Kräfteverhältnissen deutlich attraktivere Quoten bieten.

Der grösste Nachteil der reinen Siegwette ist ihre Limitierung bei einseitigen Matches. Wer dauerhaft auf Favoriten mit Quoten unter 1.30 setzt, braucht eine enorm hohe Trefferquote, um profitabel zu bleiben. Ein einziger Upset – und im Darts kommen Überraschungen regelmässig vor – kann die Gewinne mehrerer korrekter Tipps zunichtemachen. Deshalb nutzen erfahrene Wetter die Siegwette oft nur als Basis und kombinieren sie mit spezifischeren Märkten.

Für Langzeitwetten auf den Turniersieger empfiehlt es sich, frühzeitig vor Turnierbeginn zu wetten. Die Quoten sind in der Regel vor der Auslosung am höchsten und sinken, sobald der Turnierbaum bekannt ist. Wer beispielsweise einen Spieler identifiziert hat, der sich in einer starken Formphase befindet und möglicherweise eine leichte Turnierhälfte bekommt, kann mit einer frühen Langzeitwette deutlich bessere Quoten abgreifen als kurz vor oder während des Turniers.

Handicap-Wetten im Darts – So funktionieren sie

Handicap-Wetten sind das wichtigste Werkzeug für alle, die bei klaren Favoriten-Matches bessere Quoten suchen. Das Prinzip: Einem Spieler wird ein fiktiver Vorsprung oder Rückstand in Legs oder Sets zugewiesen, der auf das tatsächliche Ergebnis addiert wird. Erst danach wird ermittelt, ob die Wette gewonnen oder verloren ist.

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht das Konzept. Angenommen, Michael van Gerwen spielt gegen einen Aussenseiter in der ersten Runde der Darts-WM im Modus Best of 5 Sets. Die Siegwette auf van Gerwen liegt bei 1.10 – unattraktiv. Mit einem Handicap von -2.5 Sets muss van Gerwen nicht nur gewinnen, sondern mit mindestens drei Sets Vorsprung, also 3:0. Die Quote steigt dadurch auf etwa 2.10. Umgekehrt könnte man dem Aussenseiter ein Handicap von +2.5 Sets geben – er darf also bis zu zwei Sets verlieren und die Wette gewinnt trotzdem. Das macht selbst ein 1:3-Ergebnis aus Sicht des Aussenseiters zur gewonnenen Wette.

Bei Legs-Handicaps wird noch feiner differenziert. In einem Best-of-11-Legs-Match könnte ein Handicap von -3.5 Legs auf den Favoriten bedeuten, dass er mit mindestens vier Legs Vorsprung gewinnen muss, beispielsweise 7:3 oder deutlicher. Diese granulare Abstufung erlaubt es, die Stärke einer Überzeugung präzise in eine Wette umzusetzen. Wer fest davon überzeugt ist, dass der Favorit den Gegner dominiert, kann ein aggressiveres Handicap wählen und dafür eine höhere Quote kassieren.

Handicap-Wetten bei Darts lohnen sich besonders in Situationen, in denen das Leistungsgefälle zwischen den Spielern gross ist, die Siegwette aber kaum Rendite abwirft. Typische Szenarien sind frühe Turnierrunden bei der WM, wo gesetzte Topspieler auf Qualifikanten treffen, oder Premier-League-Abende, an denen ein Spieler in absoluter Topform auf einen formschwachen Kontrahenten stösst. Die Kunst besteht darin, das richtige Handicap zu finden: zu konservativ und die Quote ist kaum besser als bei der Siegwette, zu aggressiv und die Gewinnwahrscheinlichkeit sinkt drastisch.

Ein häufiger Fehler bei Handicap-Wetten ist die Unterschätzung der Varianz im Darts. Selbst wenn ein Spieler deutlich besser ist, kann ein einzelnes schwaches Leg oder ein verpasstes Doppel das Handicap kippen. Darts ist ein Sport, in dem Konzentrationsschwankungen und Nervosität ganze Legs entscheiden. Wer Handicap-Wetten spielt, sollte daher immer einen Puffer einkalkulieren und lieber ein konservativeres Handicap mit niedrigerer Quote wählen, als auf Biegen und Brechen die höchste Quote anzupeilen.

Over/Under-Wetten bei Darts

Over/Under-Wetten – im deutschen Sprachraum auch als Über/Unter-Wetten bekannt – setzen nicht auf den Sieger, sondern auf den Spielverlauf. Die zentrale Frage lautet: Werden mehr oder weniger Legs, Sets oder 180er gespielt als eine vom Buchmacher festgelegte Linie? Wer sich intensiv mit den Spielertypen im Darts beschäftigt, findet in diesem Markt regelmässig Wetten mit echtem Value.

Die gängigste Variante ist die Over/Under-Wette auf die Gesamtzahl der gespielten Legs. Nehmen wir ein Match im Modus Best of 11 Legs. Der Buchmacher setzt die Linie bei 9.5 Legs. Wer auf Over tippt, gewinnt, wenn insgesamt 10 oder 11 Legs gespielt werden – das Match also eng verläuft. Wer auf Under setzt, braucht einen klaren Sieger, etwa ein 6:3 oder 6:2. Die gleiche Logik gilt für Sets bei der WM oder bei Turnieren im Sets-Modus.

Der Schlüssel zu erfolgreichen Over/Under-Wetten liegt in der Analyse der Spielertypen. Es gibt im Darts zwei grundlegende Kategorien: die Scorer und die Finisher. Ein Scorer wie Michael van Gerwen in seinen besten Zeiten fliegt durch die Legs mit hohem 3-Dart-Average, hat aber phasenweise Schwächen auf den Doppelfeldern. Ein Finisher wie Gary Anderson zeigt vielleicht nicht die spektakulärsten Scoring-Runden, stellt aber auf den Doppelfeldern zuverlässig zu. Wenn zwei starke Scorer aufeinandertreffen, die beide schnell Legs gewinnen, tendiert das Match eher zu Under, weil wenige Breaks passieren. Treffen hingegen zwei Spieler aufeinander, die regelmässig Doppel verpassen und sich gegenseitig Breaks gestatten, steigt die Wahrscheinlichkeit für Over deutlich.

Eine besonders interessante Variante ist die Over/Under-Wette auf 180er im Match. Hier geht es darum, ob die beiden Spieler zusammen mehr oder weniger 180er werfen als die vorgegebene Linie. Diese Wette korreliert stark mit dem 3-Dart-Average der Spieler: Wer konstant hohe Scores wirft, produziert mehr 180er. Aber Vorsicht – die 180er-Quote hängt auch von der Matchlänge ab. In einem knappen Best-of-5-Sets-Match an der WM werden naturgemäss weniger 180er geworfen als in einem epischen Best-of-13-Sets-Finale. Die Buchmacher berücksichtigen das in ihren Linien, aber nicht immer perfekt, was erfahrenen Wettern Gelegenheiten bietet.

Wer Over/Under-Wetten auf Darts regelmässig spielen möchte, sollte sich eine eigene Datenbank anlegen. Die Checkout-Quoten und durchschnittlichen Legs pro Match für die Top-Spieler lassen sich auf Seiten wie Flashscore oder direkt bei der PDC abrufen. Über mehrere Turniere hinweg entstehen so Muster, die sich in profitable Tipps umsetzen lassen.

Spezialwetten: 180er, 9-Darter, höchstes Checkout

Die Spezialwetten sind das Salz in der Suppe der Darts-Wettmärkte. Sie heben sich von den Standard-Wettarten ab, weil sie auf einzelne Ereignisse innerhalb eines Matches fokussieren und oft mit besonders attraktiven Quoten daherkommen. Gleichzeitig erfordern sie ein tiefes Verständnis der Spielerstärken und des Spielverlaufs.

Die 180er-Wette ist die populärste Spezialwette im Darts. Hier gibt es verschiedene Varianten: Man kann darauf wetten, welcher Spieler die meisten 180er im Match wirft (Head-to-Head 180er), ob ein bestimmter Spieler eine festgelegte Anzahl an 180er schafft (Over/Under 180er pro Spieler), oder ob die erste 180 des Matches von einem bestimmten Spieler kommt. Für diese Wetten ist der 3-Dart-Average der wichtigste Indikator. Spieler mit einem Average über 100 werfen in der Regel mehr 180er als Spieler mit einem Average um 95. Allerdings gibt es Ausnahmen: Manche Spieler bevorzugen die Triple 19 als Scoring-Alternative und produzieren dadurch weniger 180er trotz hohem Average.

Die 9-Darter-Wette ist der heilige Gral der Darts-Spezialwetten und gleichzeitig die risikoreichste. Ein perfektes Spiel mit neun Darts – Triple 20, Triple 20, Triple 20, Triple 20, Triple 20, Triple 20, Triple 20, Triple 19, Double 12 oder eine der wenigen alternativen Wege – ist extrem selten. Statistisch fällt ein 9-Darter bei PDC-Turnieren vielleicht einmal pro Turnier, und selbst das ist nicht garantiert. Die Quoten für einen 9-Darter in einem einzelnen Match liegen daher oft bei 20.00 und höher. Wer auf diesen Markt setzt, sollte sich bewusst sein, dass es eine High-Risk-High-Reward-Wette im reinsten Sinne ist. Als gelegentliche Spasswette mit kleinem Einsatz kann sie den Abend würzen, als ernsthafte Strategie taugt sie nicht.

Checkout-Wetten bieten dagegen ein deutlich solideres Fundament. Bei der Wette auf das höchste Checkout im Match tippt man darauf, welcher Spieler den höheren Checkout-Wert im gesamten Match erzielt. Ein 170er-Checkout (Triple 20, Triple 20, Bullseye) ist der Traum jedes Darters, aber auch Checkouts von 130 oder 140 kommen bei den Top-Spielern vor. Für diese Wettart ist die historische Checkout-Performance der Spieler entscheidend. Manche Spieler haben ein bemerkenswertes Talent für hohe Finishes – Nathan Aspinall etwa oder Gerwyn Price – während andere eher die sicheren, niedrigeren Checkout-Wege bevorzugen. Wer sich die Mühe macht, die Checkout-Statistiken der letzten Turniere zu studieren, findet in diesem Markt regelmässig Wetten, bei denen die Buchmacher-Quoten nicht die tatsächliche Wahrscheinlichkeit widerspiegeln.

Live-Wetten bei Darts – Chancen im laufenden Spiel

Live-Wetten unterscheiden sich fundamental von allen bisher vorgestellten Wettarten, weil sie erst nach dem Anwurf freigeschaltet werden. Der Buchmacher passt die Quoten in Echtzeit an das Geschehen auf der Bühne an. Nach jedem Leg, manchmal sogar nach jedem Wurf, ändern sich die verfügbaren Märkte und Quoten. Wer live wettet, bewegt sich in einem völlig anderen Rhythmus als bei Pre-Match-Wetten.

Die Bandbreite der Live-Wettmärkte im Darts ist beachtlich. Die gängigsten Optionen sind die Wette auf den Leg-Sieger, die Wette auf den Set-Sieger und die Wette auf den nächsten 180er. Hinzu kommen Live-Handicap-Wetten, Live-Over/Under auf die verbleibenden Legs und in manchen Fällen sogar die Wette auf das höchste Checkout im laufenden Set. Nicht jeder Buchmacher bietet alle Märkte an, und die Tiefe des Live-Angebots variiert stark zwischen den Anbietern.

Der grösste Vorteil von Live-Wetten im Darts ist die Möglichkeit, die Tagesform eines Spielers direkt zu beobachten, bevor man Geld einsetzt. Bei Pre-Match-Wetten stützt man sich auf historische Daten und Formkurven, aber die tatsächliche Verfassung an einem bestimmten Abend bleibt eine Unbekannte. Live am Bildschirm oder im Stream sieht man sofort, ob ein Spieler nervös wirkt, seine Doppel verfehlt oder umgekehrt in einen absoluten Flow gerät. Diese Echtzeitinformation ist Gold wert und kann den Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Tipp ausmachen.

Darts ist für Live-Wetten geradezu prädestiniert, weil das Spiel aus kurzen, abgeschlossenen Einheiten besteht. Jedes Leg ist ein Mikrokosmos für sich, und die Dynamik kann von einem Leg zum nächsten komplett kippen. Ein Spieler, der drei Legs in Folge dominant gewonnen hat, kann plötzlich seine Doppel verpassen und zwei Legs abgeben. Diese Schwankungen erzeugen genau die Quotenbewegungen, von denen aufmerksame Live-Wetter profitieren. Wer die Geduld aufbringt, ein oder zwei Legs zu beobachten, bevor er seinen Tipp platziert, hat gegenüber reinen Pre-Match-Wettern einen echten Informationsvorsprung.

Die Kehrseite der Live-Wetten ist das erhöhte Risiko emotionaler Entscheidungen. Die Geschwindigkeit des Spiels und die ständig wechselnden Quoten können dazu verleiten, impulsiv zu wetten – besonders nach einem verlorenen Tipp. Dieses sogenannte Tilt-Wetten ist bei Live-Wetten deutlich gefährlicher als im Pre-Match-Bereich, weil die nächste Wettmöglichkeit nur Sekunden entfernt ist. Disziplin und ein klares Regelwerk für sich selbst sind deshalb bei Live-Wetten noch wichtiger als bei allen anderen Wettarten.

Wettarten nach Erfahrungsstufe – Wo fängt man an?

Die Vielzahl der Darts-Wettarten kann überwältigend wirken, deshalb lohnt sich eine Einordnung nach Erfahrungsstufe. Nicht jede Wettart eignet sich für jeden Wetter, und der Einstieg sollte bewusst und schrittweise erfolgen.

Für absolute Einsteiger ist die Siegwette der richtige Startpunkt. Sie erfordert nur eine grundlegende Einschätzung der Spielerstärke und liefert klare Ergebnisse. Wer sich mit den Spielern und ihren Formkurven vertraut gemacht hat, kann nach einigen Wochen die Handicap-Wetten hinzunehmen. Diese erfordern ein etwas besseres Verständnis des Spielverlaufs, bieten aber deutlich bessere Quoten bei einseitigen Matches.

Fortgeschrittene Wetter, die bereits ein Gefühl für die Spielertypen entwickelt haben, sollten sich intensiv mit Over/Under-Wetten beschäftigen. Hier zahlt sich analytische Arbeit direkt aus, weil die Buchmacher ihre Linien nicht immer perfekt setzen. Wer die Scoring- und Finishing-Stärken der Spieler kennt und die historischen Leg-Statistiken studiert hat, findet in diesem Markt regelmässig Value.

Die Spezialwetten und Ergebniswetten sind das Terrain für erfahrene Darts-Wetter, die bereit sind, viel Zeit in die Recherche zu investieren. Checkout-Wetten und 180er-Head-to-Head-Tipps erfordern detaillierte Spielerkenntnisse und den Zugang zu aktuellen Statistiken. Kombiwetten sollten unabhängig von der Erfahrungsstufe nur mit Vorsicht und kleinen Einsätzen gespielt werden, da die mathematischen Grundlagen langfristig gegen den Wetter arbeiten.

Kombiwetten und Systemwetten bei Darts

Kombiwetten – auch Akkumulatoren oder Parlays genannt – verbinden mehrere Einzelwetten zu einem einzigen Wettschein. Die Quoten der einzelnen Tipps werden miteinander multipliziert, was zu potenziell sehr hohen Gesamtquoten führt. Der Haken: Alle Tipps auf dem Schein müssen korrekt sein. Ein einziger falscher Tipp und der gesamte Einsatz ist verloren.

Im Darts eignen sich Kombiwetten vor allem an Turnierabenden, an denen mehrere Matches hintereinander stattfinden. Bei der Premier League Darts beispielsweise werden an einem Spieltag typischerweise sieben Matches ausgetragen. Wer drei davon auf einem Kombischein zusammenfasst, kann aus moderaten Einzelquoten eine attraktive Gesamtquote zusammenstellen. Ein Beispiel: Drei Siegwetten mit Einzelquoten von 1.50, 1.70 und 1.40 ergeben als Kombiwette eine Gesamtquote von 3.57. Das klingt verlockend, aber die Mathematik dahinter ist gnadenlos. Die Wahrscheinlichkeit, alle drei richtig zu haben, liegt selbst bei diesen relativ sicheren Tipps nur bei knapp 28 Prozent.

Die ehrliche Wahrheit über Kombiwetten ist, dass sie langfristig fast immer zugunsten des Buchmachers arbeiten. Jede einzelne Quote enthält bereits die Marge des Anbieters, und bei einer Kombiwette multiplizieren sich diese Margen. Professionelle Wetter meiden Kombiwetten deshalb weitgehend und setzen auf Einzelwetten, bei denen sie den Vorteil auf ihrer Seite sehen. Trotzdem haben Kombiwetten ihre Berechtigung – als bewusst eingesetztes Instrument für einen Abend mit kleinem Einsatz und grossem Unterhaltungswert. Wer sich auf zwei oder maximal drei Tipps beschränkt und nur Wetten kombiniert, bei denen er echten Value sieht, kann Kombiwetten verantwortungsvoll nutzen.

Systemwetten sind eine Weiterentwicklung der Kombiwette und im Darts-Bereich eher selten, aber nicht unwichtig. Bei einer Systemwette müssen nicht alle Tipps korrekt sein – je nach System reichen etwa drei von vier richtigen Vorhersagen für einen Gewinn. Das reduziert das Risiko gegenüber einer reinen Kombiwette, senkt aber gleichzeitig die mögliche Auszahlung. Für Darts-Wetten kann ein 3-aus-4-System an einem Turnierabend mit vier klaren Favoriten eine durchaus sinnvolle Option sein, wenn man das Restrisiko eines einzelnen Upsets abfedern möchte.

Ergebniswetten bei Darts

Ergebniswetten – auch als Correct Score oder exakte Ergebniswetten bezeichnet – gehen einen Schritt weiter als die Siegwette. Hier tippt man nicht nur auf den Gewinner, sondern auf das genaue Endergebnis in Legs oder Sets. Ein Tipp auf ein 7:5 in einem Best-of-11-Legs-Match oder ein 3:1 in einem Best-of-5-Sets-Duell bei der WM sind typische Beispiele.

Die Quoten bei Ergebniswetten sind naturgemäss höher als bei reinen Siegwetten, weil die Trefferwahrscheinlichkeit geringer ist. Ein Match im Modus Best of 11 Legs hat sechs verschiedene Ergebnismöglichkeiten pro Spieler (6:0 bis 6:5 bzw. umgekehrt), also insgesamt elf mögliche Endergebnisse. Die Wahrscheinlichkeit, das exakte Ergebnis zu treffen, ist selbst mit guter Analyse gering. Genau das macht die hohen Quoten möglich: Ein korrekter Tipp auf ein 6:4-Ergebnis kann durchaus eine Quote von 5.00 oder höher bringen.

Ergebniswetten eignen sich besonders gut für Runden mit vorhersehbaren Modi. Bei der Darts-WM werden die frühen Runden im Modus Best of 5 Sets gespielt, was die Zahl der möglichen Ergebnisse auf sechs begrenzt (3:0, 3:1, 3:2, 2:3, 1:3, 0:3). Wer die Leistungsdifferenz zwischen den Spielern gut einschätzen kann und den Turniermodus berücksichtigt, findet hier gelegentlich Wetten mit attraktivem Chancen-Risiko-Verhältnis. Ein Tipp auf ein 3:0 bei einem klaren Favoritensieg ist oft besser quotiert als das entsprechende Handicap, birgt aber auch das Risiko, dass ein einzelnes verlorenes Set die Wette zunichtemacht.

Für die meisten Gelegenheitswetter sind Ergebniswetten eher Kür als Pflicht. Sie erfordern ein feines Gespür für den erwarteten Spielverlauf und eignen sich am besten als Ergänzung zu einer soliden Basis aus Siegwetten und Handicap-Tipps. Wer seine Bankroll verantwortungsvoll verwaltet, kann Ergebniswetten mit kleinem Einsatz als zusätzlichen Gewürz-Faktor einstreuen, ohne sein Gesamtbudget zu gefährden.

Der Werkzeugkasten steht bereit

Die Wettmärkte im Darts bilden ein gut sortiertes Arsenal, in dem für jeden Wetter-Typ und jede Situation das passende Instrument bereitliegt. Die Siegwette bleibt das Fundament, Handicap-Wetten öffnen Türen bei einseitigen Matches, Over/Under-Wetten belohnen tiefe Spieleranalyse, und die Spezialwetten bieten denjenigen zusätzliche Möglichkeiten, die bereit sind, sich intensiv mit Statistiken auseinanderzusetzen.

Entscheidend ist nicht, möglichst viele Wettarten gleichzeitig zu bespielen, sondern sich auf die Märkte zu konzentrieren, die man wirklich versteht. Ein Wetter, der die Checkout-Statistiken der Top-32-Spieler im Schlaf kennt, wird mit Checkout-Wetten langfristig bessere Ergebnisse erzielen als jemand, der wahllos zwischen Siegwetten und 9-Darter-Tipps hin und her springt. Spezialisierung schlägt Breite – das gilt im Darts an der Oche genauso wie bei den Wetten.

Wer sich als nächsten Schritt tiefer in die Materie einarbeiten möchte, sollte sich auf einen oder zwei Wettmärkte fokussieren, diese über mehrere Turniere hinweg beobachten und die eigenen Tipps dokumentieren. Erst wenn sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten zeigt, dass die eigene Analyse in einem bestimmten Markt besser ist als die des Buchmachers, hat man den Markt gefunden, in dem das eigene Geld am besten aufgehoben ist. Alles andere ist Unterhaltung – und das darf es natürlich auch sein.